Warum nicht auch ein Biomasse-Wärmenetz mit der Photovoltaik kombinieren?

Feuer
Biomasse und Energiegemeinschaft passen gut zusammen. Foto: sentiero/starmühler

Die (Bürger-)Energiegemeinschaften sollen Vereine, Unternehmen, Bürger*innen oder Gemeinden vernetzen, um Strom zu teilen, zu verkaufen, zu handeln und zu verteilen.

Die Verbände der Österreichischen Erneuerbaren Energie (also Windkraft, Photovoltaik, Kleinwasserkraft und andere) haben in einem Gutachten eruieren lassen, welche Forderungen ans neue Gesetz zu stellen seien. In diesem Gutachten (Jürgen Neubarth, e 3 consult, Innsbruck) haben sie auch die für sie interessantesten Nutzungen als Beispiele zusammengestellt – wir geben sie hiermit weiter:

Beispiel für denkbare Energie-Gemeinshaften: Erweiterung einer Nahwärmeversorgung zu einem regionalen Energiedienstleister

In einer Gemeinde wird seit Jahren ein genosse-schaftlich geführtes Biomasse-Nahwärmenetz betrieben. Durch den aktuell bis 2040 vorgesehenen Ausstieg aus der fossilen Wärmeerzeugung möchte die Gemeinde ihren Bürgerinnen und Bürgern sowie den in der Gemeinde ansässigen Unterneh-men eine Alternative zu Wärmepumpen und Pelletskessel als dezentrale Wärmeerzeuger bieten und erweitert daher ihr Nahwärmenetz.

Umwandlung in eine Bürgerenergiegemeinschaft
Parallel dazu wird die Genossenschaft von einer landwirtschaftlich geführten Struktur in eine Bürgerenergiegemeinschaft umgewandelt. Dadurch kann einerseits eine breitere Teilhabe der Bevölkerung an der Energiewende erreicht werden. Andererseits kann sich die Genossenschaft von einem reinen Wärmelieferanten in einen regionalen Energiedienstleister weiter entwickeln. Hierfür erweitert die Energiegemeinschaft ihr Leistungsspektrum auf die Erzeugung und den Vertrieb von elektrischer Energie sowie die Finanzierung von Contracting-Projekten.

Zur Stromerzeugung beteiligt sich die Genossenschaft bei einem im Bezirk gelegenen Windpark und finanziert über Pachtmodelle den Bau von Photovoltaikanlagen auf Gewerbegebäuden. Der erzeugte Strom wird über einen an der Energiegemeinschaft partnerschaftlich beteiligten Ökostrom-anbieter vermarktet und kann von den Mitgliedern der Genossenschaft als 100% regional und in eigenen Anlagen erzeugter Strom bezogen werden. Zusätzlich können die Mitglieder der Bürgerener-giegemeinschaft ihren eigenerzeugten PV-Strom über eine vom Ökostromanbieter bereitgestellte peer-to-peer-Plattform anbieten und damit direkt untereinander handeln. Der Ökostromanbieter übernimmt auch in diesem Fall das Bilanzgrup-penmanagement und die Stromabrechnung sowie den Ausgleich von Mehr- und Mindermengen.

Regionale Wertgutscheine an die Mitglieder
Die Gewinne der Energiegemeinschaft werden als regionale Wertgutscheine an die Mitglieder ausgegeben bzw. verbleiben innerhalb der Genos-senschaft, um eine nachhaltige Entwicklung der lokalen Energieversorgung weiter vorantreiben zu können. Ein wesentlicher Baustein hierfür ist die Initiierung, Begleitung und Finanzierung von Contracting-Projekten im privaten und gewerbli-chen Bereich, wobei ein besonderer Fokus auf die thermische Sanierung von Gebäuden und den Um-bau von Heizsystemen in Gebäuden, die nicht an das Nahwärmenetz angeschlossen werden können, gelegt wird

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Das Beispiel wurde der Studie „Energiegemeinschaften im zukünftigen österreichischen Strommarkt“ entnommen, die von den Verbänden der österr. Erneuerbaren Energie beauftragt worden war. Autor: Dr. Jürgen Neubarth (e3 consult GmbH, Innsbruck). Stand: Juni 2020

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